über uns

Kontakt

Medienblog „BLIQ“ will einen differenzierten Islamdiskurs

Top-Beiträge

Zentralrat der Muslime: Welche Auswirkungen hat der neue Landesverband in Hamburg?

Schon am 13. September 2019 wurde ein neuer Landesverband des Zentralrats der Muslime in Hamburg gegründet. Der Dachverband bemüht sich schon seit mehreren Jahren um die Gründung neuer Landesverbände. Bisher war das für Hamburg jedoch kein Thema. Entsprechend kam die Gründung für viele Beobachter überraschend. Ein paar Gedanken zur jüngsten Entwicklung in der Verbandslandschaft.

Berlins Kopftuchverbot ist ein Grund für Gewalt an Musliminnen

Fallzahlen Berliner Beratungsstellen deuten auf erhöhte Übergriffe auf Frauen mit Kopftuch hin. Darauf macht der öffentlich-rechtliche Sender...

Kein Deutscher Islam? Keine Deutsche Anteilnahme!

Es gab wieder mehrere Bombendrohungen gegen Moscheen in Deutschland. Die Täter sind unbekannt, aber es ist zu...
Akif Sahinhttps://www.akifsahin.de
Akif Sahin hat über 20 Jahre in der muslimischen Bildungs- und Jugendarbeit mitgewirkt. Er ist Gründer und Leiter von "Public Muslim". Aktuell arbeitet er als Experte für Suchmaschinenmarketing (SEO/SEA) bei einem Hamburger Träger der freien Jugendhilfe.
BLIQ Journal Logo

Das neue Medienblog „BLIQ“ will die deutsche Berichterstattung zu Islam und Muslimen stärker unter die Lupe nehmen. BLIQ ist ein Projekt von CLAIM, der Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit.

Die deutschsprachige Berichterstattung zum Thema Islam und Muslime steht immer wieder in der Kritik. Studien zeigen ein Übergewicht von negativen Themen in regionalen und überregionalen Medien. Muslime fühlen sich als Kollektiv zu Unrecht an den Pranger gestellt. Gleichzeitig machen sich Forscherinnen und Forscher vor allem über die Wirkung solcher Berichterstattung sorgen. Eine kritische Auseinandersetzung tut daher immer wieder Not – auch um ein realistisches Abbild der muslimischen Vielfalt in Deutschland zu gewährleisten.

In diese Lücke will jetzt das neue Journal BLIQ springen. Als Medienblog will das Projekt auf problematische Frames, Pauschalisierungen und Stereotype in der Islamberichterstattung hinweisen. Muslime bilden laut BLIQ keine homogene Gruppe, deshalb wolle man den muslimischen Meinungspluralismus sichtbar machen. Das Projekt will kritische innermuslimische Debatten anstoßen und kontroverse Themen aufgreifen, ohne zu pauschalisieren.

„Die Rolle der Medien ist entscheidend, wenn es um die Wahrnehmung der muslimischen Gegenwart geht – gerade, weil alternative Informationsquellen fehlen. Über ‚den‘ Islam wird in den Medien viel und vor allem problemorientiert diskutiert. Gängige Frames finden eine große Resonanz und werden häufig einfach übernommen, ohne diese infrage zu stellen. Diese einseitige und negative Berichterstattung schürt Misstrauen gegenüber Musliminnen in der Bevölkerung. Hier möchte BLIQ anknüpfen und einen Beitrag zu einer diversifizierteren, ausdifferenzierteren – aber nicht weniger kritischen Berichterstattung leisten“, so Nina Mühe von CLAIM zum Start des Medienblogs.

BLIQ: Journalismus steht in besonderer Verantwortung

BLIQ sieht den Journalismus in einer besonderen Verantwortung, „ausgewogen zu informieren, zu differenzieren und bestehende Ressentiments nicht weiter zu bestätigen.“ Auch, weil das vermittelte Bild in den Medien mit der Realität nicht viel zu tun hat. Gleichzeitig verspricht das Projekt die Augen – auch vor Missständen innerhalb der muslimischen Communitys – nicht zu verschließen.

„Manche Musliminnen neigen unter dem Eindruck der Islamdebatte dazu, bestehende Probleme in der Community schönzureden oder zu ignorieren. Wir brauchen aber genau da eine gesunde Kontroverse“, sagt Eren Güvercin, BLIQ-Redakteur. Wichtige Voraussetzung dafür sei es, die Vielfalt muslimischen Lebens in Deutschland anzuerkennen. BLIQ will diesem Gedanken Rechnung tragen, indem viele unterschiedliche Stimmen zu Wort kommen sollen: Neben Beiträgen von den Redakteuren werde es regelmäßige Gastbeiträge von Wissenschaftlerinnen geben.

Julia Ley, Redakteurin von BLIQ, sagt: „Es liegt in der Natur von Vorurteilen, dass wir uns oft nicht bewusst sind, dass wir sie haben. Wir wollen einseitige Frames sichtbar machen und sie kritisch reflektieren – aber auch auf Dinge hinweisen, die bereits gut laufen.“

Prominente Besetzung und Unterstützung

Das Team von BLIQ ist prominent und professionell besetzt. Neben den oben erwähnten Julia Ley, die zu den Gründerinnen der Initiative „The Muslim Story“ gehört, und Publizist und Journalist, Eren Güvercin, sind außerdem Islamwissenschaftler Fabian Goldmann (ehemals Köhler) und Nabila Abdel Aziz als Redakteure und Social Media Experten mit an Bord.

Das Projekt wird vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ gefördert und hat eine breite, prominente Basis an Unterstützern für sich gewonnen. Comedian Idil Baydar (Jilet Ayse) und Aktivistin Kübra Gümüşay geben unter anderem in einem kleinen Video Einblicke in ihre Gedankenwelt zum Thema „Islam und die Medien“.

BLIQ-Interview mit fünf Personen zum Thema „Islam und die Medien“

Auch die ersten Einträge, Essays, Analysen und Debattenbeiträge zeigen, dass das Projekt sehr ambitioniert ist. Neben Interviews mit Fachgrößen wie Kai Hafez, Thomas Bauer und Schirin Amir-Moazami finden sich auch Beiträge von Lamya Kaddor, Ahmad Mansour und Ali Rami auf der Website.

Mehr Informationen zu BLIQ gibt es unter: www.bliq-journal.de

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Aktuelle Beiträge

Syrien-Einsatz der Türkei: Diskussionen um Unterstützung durch Moscheen in Deutschland

Berichte, wonach Moscheen in Deutschland den türkischen Militär-Einsatz im Norden Syriens unterstützen, nehmen zu. Gleichzeitig werden Moscheen und Dachverbände scharf für diese Unterstützung kritisiert.

Hamburg: Politisch motivierter Anschlag auf Arztpraxis des früheren SCHURA-Vorsitzenden Mustafa Yoldaş?

Am Freitag ist es in Hamburg-Altona zu einem Angriff mit einer übel riechenden Flüssigkeit auf eine Arztpraxis gekommen. Brisant: Die Praxis gehört dem früheren SCHURA-Vorsitzenden und IGMG-Funktionär, Mustafa Yoldaş. Es könnte sich um einen politisch motivierten Anschlag gehandelt haben.

Salafismus: Welche Bücher ich empfehlen würde

Welche Bücher sollte man eigentlich beim Thema Salafismus gelesen haben, um zu verstehen, worum es eigentlich genau geht? Eine Liste als Überblick.

Nach rechtsextremem Terror in Halle: Reaktionen von Muslimen

Der rechtsextreme und antisemitisch motivierte Anschlag in Halle, mit zwei Todesopfern, hat auch die muslimische Community in helle Aufruhr versetzt. Die Community zeigt sich von der Tat schockiert und verurteilt die Gewalt und den Hass, der gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger am höchsten Gedenktag Jom Kippur stattfand. Viele Muslime riefen entsprechend zu Solidaritätsaktionen mit jüdischen Gemeinden auf. Einige handelten diesbezüglich auch sehr schnell.

Nach Bombendrohungen: Durchsuchungen und Festnahmen in vier Bundesländern

Unter Federführung von Bayerischen Ermittlern kam es heute zu Durchsuchungen und Festnahmen in vier Bundesländern. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit Bombendrohungen im Juli gegen Moscheen und andere Einrichtungen. Mittlerweile werden sieben Personen verdächtigt E-Mails mit rechtsextremen und islamfeindlichen Parolen an Moscheen und andere Einrichtungen versendet zu haben. Beschlagnahmte Beweismittel sollen jetzt sorgfältig ausgewertet werden.